Smart Production

Industrie 4.0 zum Frühstück

„Berta, das Ei ist hart!“ Mit diesen Worten nimmt uns Loriot in einen Dialog hinein, der schmunzelnde Einblicke in die Frühstückskultur eines eingespielten Ehepaares gewährt (https://youtu.be/57LsW00c1Oo). Was der Beobachter der Szene zunächst als beiläufige Zustandsbeschreibung eines Lebensmittels interpretiert, entpuppt sich schnell als bitterernste Mängelrüge, die an die Ehefrau adressiert ist.

Ein Qualitätsmanager wird durch solche Äußerungen schnell auf den Plan gerufen, zumal derartige Vorgänge in der Industrie auch unmissverständlich als Reklamationsanzeige deklariert sind und somit keinen Raum für Missverständnisse zulassen. Berta jedoch, ignoriert das offensichtliche Missfallen hartnäckig.

Wo im professionellen Kontext ein formeller 8D-Bericht sofortige Reaktionen und nachhaltige Abstellmaßnahmen fordert, die auf einer genauen Analyse der Ursache basieren, läuft es beim häuslichen Frühstückstisch etwas hemdsärmeliger ab: Der „Kunde“ alias Loriot, baut dem „Lieferanten“ sogar eine Brücke und weist mit der Nachfrage, wie lange das Ei denn gekocht habe, auf eine mögliche Schwachstelle im Verarbeitungsprozess hin. Allerdings wird der Ball von Berta noch immer nicht aufgenommen – ein Spiegelbild dessen, was man in vielen Fällen auch im Produktionsumfeld beobachten kann, wo nämlich eine substantielle Auseinandersetzung mit dem Problem gleichermäßen nicht stattfindet. Mangels Ressourcen oder Willen werden Gründe schnell konstruiert oder es werden vordergründige Vermutungen voreilig als Fehlerquelle ausgemacht, die sich aus der Bequemlichkeit bzw. vermeintlichen Sicherheit der Experten speisen.

Wie uns das muffige Ehepaar vor Augen führt, läuft der Analyseprozess dann schnell in eine Sackgasse: Versicherungen wie: „Ich nehme das Ei nach viereinhalb Minuten heraus“, oder der Rückzug auf exklusives Erfahrungswissen – Zitat: „Eine Hausfrau hat es im Gefühl, wie lange das Ei kochen muss“ – werden als Nebelkerzen oder Totschlagargumente eingesetzt. Und so kommt es, wie es kommen muss – das gemütliche Sonntagsfrühstück eskaliert in einer ungeschminkten Auseinandersetzung, mündet in der tiefgreifenden Zerrüttung der Beziehung und gipfelt schließlich in einer Morddrohung.

Dieses Drama wäre zu vermeiden gewesen, hätte Loriot DatenBerg gekannt und damit die Möglichkeit, Intelligenz aus Daten zu generieren.

So trivial das Bedürfnis auch scheint, einfach nur ein weiches Frühstücksei genießen zu wollen, so komplex offenbart sich der Verarbeitungsprozess in der Praxis. Denn neben der Kochzeit gibt es eine Vielzahl weiterer Variablen, die Einfluss auf das Ergebnis bzw. die Produktqualität haben: Die Haltungsbedingungen des Huhns, Größe, Alter und Gewicht des Eis, die Lagertemperatur, Anzahl der Einstichlöcher, die exakte Wassertemperatur, oder die Abschreckmethode, die mit der Abkühldauer und -temperatur einhergeht. Vermutlich ließen sich noch viele weitere Faktoren aufzählen, die das Küchenpersonal in ihrer Summe vor eine echte Herausforderung stellen.

Zwei wesentliche Anforderungen können aus diesem Problem für die Praxis abgeleitet werden: Erstens, Transparenz über den Zustand der Einflussvariablen, und zweitens, das Wissen über die „Vital Fews“, also darüber, welche der vielen Variablen für das Endergebnis wirklich entscheidend sind. Nur dies ermöglicht dem Werker die Konzentration auf die „energiereichen“ Prozessgrößen und damit auf die effektive Steuerung des Prozesses.

Maschinen- und Prozessdaten sind in der industriellen Produktion heute in der Regel in umfangreicher Form vorhanden. Ebenso werden Qualitätsmerkmale regelmäßig geprüft, gemessen und dokumentiert. Die Analysesoftware von DatenBerg nutzt diese großen Datenmengen (Big Data) und verbindet unabhängige und abhängige Variablen in einem statistischen Modell mittels smarter Algorithmen. Durch die dynamische Analyse der ständig wachsenden Datenflut, lernt der digitale „Mitarbeiter“ nicht nur fortwährend hinzu und verbessert damit sein Modell (Machine Learning), sondern kommuniziert dem Kollegen aus Fleisch und Blut auch die aktuellen Zustände der zentralen Prozessparameter in Echtzeit – Eingriffe in den Prozess können so prompt und gezielt erfolgen.

Das Ei des Kolumbus ist jedoch, dass die DatenBerg-Lösung nicht nur das Frühstück retten kann; vielmehr lässt sich das Prinzip ohne spezifische Kenntnisse der Maschinen, Anlagen oder Produkte auf alle Produktionsprozesse anwenden. Den Algorithmen ist es also egal, ob es um das Spritzgießen von Kunststoffteilen, das Brauen oder Abfüllen von Bier, die Montage von Blechteilen im Karosseriebau oder eben das Kochen von Eiern geht.

Mit der Intelligenz der Daten, hätte Berta genau gewusst, dass sie z.B. die Güteklasse der Eier bei der Kochzeit berücksichtigen muss, während sie die Lagertemperatur getrost vernachlässigen kann. Zudem wäre sie gewarnt worden, wenn die Temperatur des Wassers unter einen kritischen Wert gefallen wäre, um die Herdplatte höher zu stellen. Am Ende hätte Loriot zufrieden sein Ei genießen können, Berta wäre noch am Leben und Sie…?

Sie können Ihrer Geschichte ja zum Glück noch ein Happy-End hinzufügen, indem Sie Industrie 4.0 einfach zum Frühstück verspeisen, sprich ein bestimmtes Produkt ganz einfach smart produzieren. So haben nicht nur Ihre Kunden etwas zu lachen – auch Sie können sich über reduzierten Ausschuss, geringere Stillstandzeiten und am Ende über Kosteneinsparungen freuen.

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